Ablauf einer therapeutischen Behandlung



Anamnese

Jede Behandlungsserie beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Dabei befrage ich die Patient:in systematisch von Kopf bis Fuß nach ihren akuten, chronischen und/oder wiederkehrenden körperlichen Symptomen. Ich orientiere mich IMMER zunächst an körperlichen Beschwerden, auch wenn die Patient:in mit eher psychischen Problemen zu mir kommt. Für mich fügen sich die gesammelten Symptome in der Regel wie ein erstes stimmiges Puzzle zusammen und ich erstelle meine erste Hypothese, welche allerdings noch sehr grob ist.

Sichtbefund

Im Anschluss betrachte ich meine Patient:in ausführlich im Stand von allen Seiten im weitestgehend entkleideten Zustand (bis auf die Unterwäsche). Diese intensive Betrachtung löst in der Regel ein gewisses Unbehagen oder Scheu aus, die ich mir zu Nutzen mache, weil sich hier bereits individuelle Angriff-, Flucht-, und Starremuster erkennen lassen. Zudem suche ich nach körperlichen Auffälligkeiten wie Einziehungen oder Verquellungen. Die neuen Informationen ergänzen die bereits zuvor erstellte grobe Arbeitshypothese.

Tastbefund

Die haptisch-taktile Untersuchung des Körpers im Liegen ist für mich persönlich die ertragreichste Informationsquelle. Ich untersuche den gesamten Körper mit der Hand und achte dabei auf Spannungsauffälligkeit, Berührungsreaktionen im Patientenkörper und Resonanzen, die die Berührung in mir auslöst (z. B. emotionale Übertragungen).

Auch hier sammle ich wieder Puzzleteil für meine Arbeitshypothese, welche die Grundlage für meinen Behandlungsplan darstellt.

Probehandlung

In der ersten Sitzung überprüfe ich meine erste Hypothese mittels einer Probebehandlung. Ich habe zuvor einen Behandlungsort definiert, mit dem ich beginne. Ich erprobe die mögliche, bzw. sinnvollste Behandlungsintensität (Druck, Rhythmus), die vom Körper der Patient:in am besten angenommen werden kann. Ich beobachte körperliche Widerstände, Angriffs-, Flucht- und Starrereaktionen und verwickle die Patient:in parallel in Gespräche zu Themen, von denen ich bereits weiß, dass sie stressbelastet sind.

Parallel beobachte ich das körperliche Enge- und Weitephänomen, welches mir quasi den Weg leitet: Weite-Reaktion (Entspannungrendenz) = die Hypothese stimmt und kann weiter verfolgt werden, Enge-Reaktion (Verspannungstendenz) = die Hypothese stimmt vermutlich nicht, bzw. die angewandte Technik wird vom Körper abgelehnt --> Korrektur der Strategie

Weiterer Behandlungsplan

Am Ende des ersten Termins wird gemeinsam festgelegt, wieviele Behandlungen ca. sinnvoller Weise in welchem Abstand folgen sollten. Der Folgetermin wird vereinbart. Die Bezahlung erfolgt immer direkt im Anschluss an die Behandlung bar oder mit Karte.